Ironman Hawaii 2017

Hallo zusammen,

es ist hier zwar mitten in der Nacht, aber gut schlafen konnte ich bisher ja noch nicht hier und nach dem Wettkampf gestern ist auch nicht viel mit Schlaf gewesen. Wenn ich zu Hause zuviel Cola trinke, schlafe ich schon schlecht, vielleicht hat das ganze Red Bull beim Laufen hier sein übriges getan…..

Mein Fazit zuerst. Ich habe nun seit 2007 meine 25 Langdistanz gefinished, davon 24 Ironman und davon 9 mal Hawaii. Ich bin mit dem Finish zufrieden, da wenn ich mich ganz separat betrachte, war gestern ein gebrauchter Tag und ich habe schon das Maximale für mich geleistet. Mehr war gestern nicht drin. Wenn ich nun in den Blogeintrag von gestern mit den von mir erwarteten Zeiten sehe, dann war es o.k.
Also alles gut!

Der Tag startete gestern mit den üblichen Vorbereitungen und dann fiel auch schon der Kanonenschuss als Startzeichen. Ich hatte das grosse Glück, dass ich ziemlich schnell relativ frei schwimmen konnte. Fast keine Schlägereien und eigentlich auch eine gute Linie gefunden. So war ich erstens noch voll entspannt und zweitens freudig über die Zeit von 1:07h als ich die Treppe hoch aus dem Pazifik kam.
Hier in Hawaii ist ein Wechselzelt für die Herren, dass ca. 60Quadratmeter hat und wenn du dann rein kommst herrscht totales Chaos. Aber trotzdem schnell dem Chaos entfliehen können…
Auf dem Rad bin ich dann sehr kontrolliert gefahren. Blinker links und immer so 275 Watt. Ich hatte einen echt guten Rhytmus, kam gut klar und war sehr motiviert. In Waikoloha(ca. KM 60) blickte ich mich dann mal um und sah so eine 30 Mann Gruppe direkt bei mir am Rad. Nicht so einen Alibiabstand, nein direkt Rad an Rad! Genau in diesem Moment fuhr dann ein Schiri an uns vorbei und den hat das überhaupt nicht interessiert. Von da an war meine Moral am Boden und ich hatte echt keinen Bock mehr. Die Krönung des Ganzen war, dass der Schiri in Waikohola der Einzige(!!!!!) den ganzen Tag war, der mich überholt hat!! Bei den ganzen Draftingdiskussionen wird oft angebracht, dass es einfach schwer ist, weil zuviele Leute in einem gewissen Zeitraum aus dem Wasser kommen, was auch sicher richtig ist. Jedoch wenn der Veranstalter noch nicht mal den ein oder anderen Schiri stellt ist das schon krass. Ich kann mich noch an 2007,2008 oder 2009 erinnern, da standen am Anfang des Highways ca. 25 Harleys mit Schiris und die fädelten dann so mit und mit ein. Aber heute interessiert das einfach niemanden mehr und so war es im Rennen auch so, dass die Meisten wirklich Rad an Rad fuhren und sich noch nicht mal alibimässig nach einem Schiri umschauten. Die Penaltyzelte waren entweder leer oder max. mit 2 besetzt…..
Ich bin dann also irgendwie das Ding zu Ende gefahren und habe mich aus allem raus gehalten und mich einfach des öfteren von den Gruppen überholen lassen und bin dann dahinter mein Tempo gefahren, bis die nächste Gruppe kam. Schlimmer gehts nimmer und das gesamte Ergebnis ist durch sowas sicher mehr als verzerrt. Wobei ich nochmal betonen möchte, dass gestern für mich einfach nicht mehr drin war, unabhängig von allem anderem!
Nach 5:02h war ich wieder in der Wechselzone. Perfekt war gestern die Hydration mit Maurten. Vor dem Rennen, nach dem Schwimmen und während des Radfahrens habe ich nur Maurten getrunken und hatte keinen Hunger und vor allen Dingen keine Magenprobleme. Ein selbst verschuldetes Problem war, dass ich die letzten 20km nix mehr zu Trinken hatte, was daran lag, dass ich beim Umfüllen einer Flasche in den Aerobehälter, diese zum Platzen brachte. Was ne Sauerei……Rad und ich sahen dementsprechend aus ;)
Rad lief übrigens perfekt und ich war auch froh, dass ich mir einen Semiaerohelm angezogen hatte.
Wenn ich die Zeiten der Profis von 4:12 anschaue, dann fällt mir echt die Kinnlade auf den Boden. Der absolute Wahsinn, da die Bedingungen gestern durch starke Winde echt nicht einfach waren. Hammer!
Häufig neigt man ja in den Erzählungen von Hawaii zu Superlativen. So heiss,wellig, windig wie noch nie….. Ich denke es waren gestern ganz normale Hawaiibedingungen, halt windig und heiss.

Beim Laufen hatte ich ja auch vor mich mit Maurten zu verpflegen und bin deshalb mit Laufrucksack los. Aber ehrlich, das ging gar nicht, viel zu warm. Nach 3km habe ich den Rucksack ausgezogen und ihm einem Kind am Strassenrand geschenkt. Das war glücklich und ich war in dem Moment froh, dass Ding vom Körper zu haben.
Beim Laufen lief gestern nix zusammen und das obwohl ich mich ja nicht voll abgeschossen hatte beim Radfahren. Keine Ahnung warum….
Mir war es einfach viel zu heiß und so war ich an jeder Verpflegung froh, dass ich viel Eis und Wasser über mich kippen konnte. Die ersten Kilometer des Marathons lief ich so in 5:15 und hatte echt Probleme, die letzten Kilometer lief ich dann so in 5:45 und da ging es eigentlich gefühlt gar nicht so schlecht, was aber darin begründet liegt,dass es auf dem Rückweg deutlich kühler wurde. Die Verpflegungszonen bin ich komplett gegangen und auch dann die Palani Road hoch.Ansosnten bin ich immer gelaufen, bzw. was man halt so Laufen nennt.
Meine Marathonzeit war dann eine 4:01h und die Gesamtzeit betrug 10h23min, was für den 607 Gesamtrang im 2500 Feld reichte.
Alles in allem bin ich zufrieden, hätte natürlich besser sein können, war aber auch schon mal schlechter. Freue mich jetzt auf die Rückkehr zu meiner Familie!

Vielen Dank fürs Lesen, die guten Wünsche und fürs Daumendrücken!

Viele Grüsse,

Markus

4 Reaktionen zu “Ironman Hawaii 2017”

  1. Herbert Hesseler

    Hallo Markus,
    herzlichen Glückwunsch zum finish.

    Gruß
    Herbert (Laufgruppe Dalli)

  2. Holger

    Hallo Markus. Mal wieder ein Finish auf Hawaii. Was hätte ich mir vor einiger Zeit mehr gewünscht als auf Hawaii in Ziel zu laufen. Ich ziehe den Hut.

    20 Jahre Triathlon und das Thema Windschatten immer wieder präsent. Die Veranstalter tragen sicherlich einen Beitrag dazu aber letztlich ist jeder einzelne Triathlet verantwortlich für eine fairen Wettkampf.

    Erhole dich gut und komme sicher zurück in die Heimat.

    Du darfst stolz sein.

  3. Frauke

    Hallo Markus,

    Herzlichen Glückwunsch!
    Ein sehr schöner Bericht, der viele Erinnerungen an das letzte Jahr anspricht (auch als Zuschauer leidet man immer ein bißchen mit).
    Echt stark, dass Du schon so oft dort mitmachen konntest. Gute Erholung und auch eine gute Heimreise ohne Gedöns zur Familie!

    Grüße
    Frauke

  4. Dirk

    Glückwunsch zu diesem Bericht,

    herzlichen Glückwunsch zu den Zeilen. Offen, ehrlich herzerfrischend. Kein wischi/waschi, Oma Krank, Opa krank…oder anders viel verwendete Ausreden, wo keine Ausreden notwendig sind.

    Sie sind sogar überflüssig, denn alleine eine Quali für Kona, egal ob Pro oder Agegrouper, ist doch schon Weltklasse oder ???

    Gratulieren möchte ich Dir zu Deinem 25. Langdistanz-Finish, eine unglaubliche Leistung, in einer immer schneller werdenden Sportart.

    Ich freue mich Dir hoffentlich schon bald wieder zu Deiner Zeit gratulieren zu dürfen, denn das erkennt man am Zielfoto, daher schreibe ich jetzt nichts über Deine Finish Zeit.

    Markus und Du weisst wie das gemeint ist, das ist mir wichtig.

    Freue mich auf unser Wiedersehen, Dirk !!!

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